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Über die Mathematik zur Musik

21.01.2011
Jens Puchtler komponiert die Filmmusik zu „Glück gehabt“

In den Anfangsjahren des Films war der Klavierspieler im Kino unverzichtbar. Die Musik transportierte Stimmung und untermalte den Film, so dass er nicht nur ein Seh- sondern auch ein Hörerlebnis wurde. Große Hollywoodproduktionen der heutigen Tage bieten zu ihren Filmen oft den so genannten „Soundtrack“ auf CD an – und manchmal ist die Filmmusik mindestens so bekannt, wie der Film selbst.

Ob es sich um ein stundenlanges Epos oder einen wenige Minuten dauernden Kurzfilm handelt: Ohne Musik fehlt etwas. „Jens Puchtler hat für „Glück gehabt“ ehrenamtlich die Musik komponiert,“ freut sich Andreas Bartels, Leiter von VisioM. „Das gibt dem Film eine individuelle Note und wir sind nicht auf Musikvorlagen angewiesen.“

Für Jens Puchtler war „Glück gehabt“ eine Möglichkeit, Erfahrungen zu sammeln: „Komponieren ist für mich das Spannendste an der Musik,“ erklärt er. „Und im Bereich der Filmmusik möchte ich mich gern entwickeln.“ Der Lehramtsstudent für Musik und Mathematik hat bereits als Kind angefangen, Klavier zu spielen: „Allerdings hat mir das nicht wirklich Spaß gemacht. Als ich in der Schule mit der zweiten Fremdsprache begonnen habe, konnte ich meine Eltern überreden, dass ich nicht mehr Klavier üben muss.“ Nachdem das Klavier für mehr als zwei Jahre nahezu ungenutzt in der Ecke stand, brachte ausgerechnet sein Interesse an Mathematik ihn wieder zur Musik zurück. So beschäftigte er sich mit Musiktheorie und setzte diese praktisch um. Dabei entdeckte er seine Leidenschaft fürs Komponieren.

„Bei VisioM kann ich diese Gabe für Gott einsetzen.“ Und deshalb hat sich Jens Puchtler mit seinem Computer und seinem elektronischen Klavier auf den Weg ins VisioM-Büro gemacht. Dort entstand der erste Entwurf: „Ich habe den Film auf mich wirken lassen und beim Anschauen schon mal improvisiert. Nach und nach entwickelten sich die einzelnen Themen,“ beschreibt er seine Vorgehensweise. „Wenn der Film dann seine endgültige Fassung hat, mache ich mir Gedanken über das Tempo und besondere Stellen, an denen ich Akzente setzen möchte. Damit ein Effekt genau an der Stelle gespielt werden kann, wo er hingehört, muss ich die gesamte Musik vom Effekt aus zum Anfangspunkt hin berechnen.“ Erst wenn das passiert ist, verlässt er das Klavier endgültig und setzt sich an den Computer: „Die Instrumentierung mache ich digital. Ich probiere verschiedene Instrumente aus, schaue, ob sie passen, bis es ein Gesamtbild ergibt.“

Am Ende steht dann eine komplette Tonspur, die wieder in den Film eingefügt werden kann und die für musikalische Atmosphäre sorgt. Dabei sieht Jens Puchtler das Gesamtwerk: „Gute Filmmusik muss die Handlung des Filmes unterstützen und die Emotionen der Schauspieler zeigen.“ Wie er das umgesetzt hat, sehen Sie im Film „Glück gehabt“.

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